Fischereifahrzeuge sammeln Daten für den Copernicus Marine Service

Der Copernicus Marine Service und Mercator Ocean International setzen Fischereifahrzeuge in der Nordsee ein, um in sonst schwer zugänglichen Gebieten Daten für wichtigen Meeres- und Klimavariablen zu sammeln.

Fischereifahrzeuge sammeln Daten für den Copernicus Marine Service

Daten von Fischereifahrzeugen (blau), angezeigt auf dem Copernicus Marine INS TAC Dashboard. (Bildquelle: @Copernicus Marine Service)

Der Copernicus Marine Service (CMEMS), der von Mercator Ocean International im Auftrag der Europäischen Kommission implementiert wird, nutzt Fischereifahrzeuge, um wichtige In-situ-Daten in der Nordsee zu sammeln, in Gebieten, die auf andere Weise nur schwer erreichbar sind. Mit den von den Schiffen gesammelten Daten kann Copernicus Marine die Erfassung des Ozeans dort erweitern, wo bestehende Infrastruktur fehlt oder es keine Netzwerke für den Datenaustausch gibt.

Gemeinsam mit dem Start-up Berring Data Collective (BDC), das auf Meeresbeobachtung spezialisiert ist, haben Wissenschaftler:innen von Copernicus Marine eine Methode entwickelt, um Daten von Fischereifahrzeugen zu gewinnen. Die gesammelten Datenprodukte werden dann vom In Situ Thematic Assembly Centre (INS TAC) von Copernicus Marine zur Verfügung gestellt. INS TAC greift dann auf ein großes Netzwerk von Datenproduzenten zurück, um qualitativ hochwertige Daten aus mehreren Quellen bereitzustellen. So können Nutzer, einschließlich der Copernicus-Zentren zur Meeresüberwachung und Vorhersagen, ihre Studien validieren, ihre Modelle optimieren und ein tieferes Wissen über die Meeresumwelt erlangen.

Das Sammeln dieser Daten ist wichtig, da viele Teile des Ozeans schwer zu überwachen sind, wie die sich schnell verändernden Küsten und Schelfregionen, wo ein Großteil der Fischereiaktivitäten stattfindet. Sensoren in Fischernetzen sind beispielsweise sehr effektiv, um Daten über die gesamte Wassersäule hinweg zu sammeln – vom Meeresboden bis zurück an die Oberfläche. Fischereifahrzeuge sind auch ideal für die Überwachung wichtiger Klima- und Ozeanvariablen in Bezug auf das Wetter, beispielsweise Lufttemperatur und Feuchtigkeit, oder Biologie, wie Fänge und Nebenfänge, aber auch zum Erfassen von Salzgehalt und Strömungen. Da mehrere Datensätze von demselben Schiff kommen, können daraus Modelle für längerfristige Vorhersagen entwickelt werden.

Zu den Schiffen, die derzeit routinemäßig für diese neue Art der Erfassung von Meeresdaten eingesetzt werden, gehören ein kleiner dänischer Kiemennetzschiffer, der von Sletten Havn in Dänemark aus fischt, ein belgischer Baumkurrenkutter, der Daten hauptsächlich für die Fischereiindustrie und fischereiwissenschaftliche Anwendungen für das flämische Institut für Agrar, Fischerei und Lebensmittelforschung sammelt, sowie niederländische Baumkurrenkutter aus Industrieprojekten und -initiativen.

„Es ist immer eine spannende Herausforderung, einen neuen Ablauf zur Datengewinnung zu etablieren“, sagt Sylvie Pouliquen, Leiterin des Copernicus Marine In Situ TAC am Meeresforschungsinstitut Ifremer, in Frankreich. „Diese Initiative ist besonders interessant, da wir die Meeres- und Fischereiindustrie einladen, direkt zur Meeresüberwachung beizutragen. Bis jetzt läuft das Projekt sehr gut.“

„Indem wir unser Wissen insbesondere über die Küstenregionen verbessern, können wir gemeinsam an einer offenen Wissenschaft und einem besseren Verständnis und Respekt für unseren Ozean arbeiten“, fügt sie hinzu.

Bis Ende 2021 sollen 50 weitere Schiffe im Einsatz sein, plant Copernicus Marine gemeinsam mit BSC. Das Netzwerk soll bis 2022 weiter auf die Küstenmeere der Welt ausgedehnt werden.

„Wir sind begeistert, wie gut der Datenfluss läuft“, sagt Cooper Van Vranken, Gründer von BDC. „Ozeanbeobachtung in die Fischerei zu integrieren ist der perfekte Weg, um Lücken dort zu schließen, wo Daten nicht nur fehlen, sondern auch von vielen Mitgliedsstaaten am dringendsten benötigt werden. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten und birgt viele Vorteile weit über die physikalische Ozeanographie hinaus, von der Fischereiwissenschaft bis hin zur smarten, nachhaltigen Fischerei. Auch wenn es noch viel zu tun gibt, könnte dieses Projekt die Nordsee zur am besten beobachteten Schelfregion überhaupt machen.“

Weitere Informationen darüber, wie das In Situ Thematic Assembly Centre (INS TAC) des Copernicus Marine Service funktioniert, finden Sie hier:
https://marine.copernicus.eu/news/fishing-data-meet-vessels-helping-monitor-and-map-north-sea

Weitere Informationen über das INS TAC-Produkt des Copernicus Marine Service finden Sie hier:
https://marine.copernicus.eu/about/producers/insitu-tac

Über den Copernicus Marine Service
Der Copernicus Marine Service oder Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienst (Copernicus Marine Environment Monitoring Service, CMEMS) widmet sich der Beobachtung und Überwachung von Ozeanen sowie Vorhersagen in diesem Bereich. Er wird von der Europäischen Kommission finanziert und von Mercator Ocean International, dem Zentrum für globale Ozeananalysen und -vorhersagen, implementiert. Der Copernicus Marine Service liefert regelmäßig systematische Referenzinformationen über den Zustand des physikalischen und biogeochemischen Ozeans auf globaler und europäischer Ebene. Er bietet zudem Informationen für EU-weite und internationale Richtlinien und Initiativen und trägt bei zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung, zum Meeresschutz, der Sicherheit im Seeverkehr und Routenplanung, für eine nachhaltige Nutzung von Meeresressourcen, zur Entwicklung der Nutzung von Meeresenergie, dem Wachstum maritimer Industrie, zur Klimaüberwachung, Wettervorhersagen und mehr. Darüber hinaus soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Europa und weltweit zu meeresbezogenen Themen gestärkt werden.

Über Mercator
Mercator Ocean International implementiert für die Europäischen Kommission seit 2014 den Copernicus Marine Service. Mercator Ocean International ist eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Frankreich, die ozeanografische Produkte der globalen Ozeane anbietet. Die Wissenschaftler:innen von Mercator Ocean entwickeln und betreiben hochmoderne Computermodelle, die die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Ozeane in 4D beschreiben und analysieren (Reanalysen, Hindcasts, sowie Analysen und Vorhersagen in nahezu Echtzeit). Mercator Ocean ist zudem eine von drei Organisationen, die im Auftrag der Europäischen Kommission die Copernicus WEkEO DIAS Cloud Computing Plattform implementiert.

Website von Copernicus Marine Service: https://marine.copernicus.eu/
Website von Mercator Ocean International: https://www.mercator-ocean.fr/en/
Weitere Informationen über der Copernicus Programm, finden Sie hier: www.copernicus.eu

Folgen Sie Copernicus Marine auf Twitter: @CMEMS_EU
Folgen Sie Copernicus Marine auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/copernicus-marine-service/

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