Copernicus Marine Service veröffentlicht neue Tools zum besseren Verständnis von Meereswellen und Meereis

Die Überwachung der Meere und Ozeane als wesentlicher Bestandteil des globalen Klimasystems ist ein Fokus des Copernicus Marine Service. Nun hat der Service neue Satellitendaten zu Wellen und Meereis seinem Katalog hinzugefügt.

Copernicus Marine Service veröffentlicht neue Tools zum besseren Verständnis von Meereswellen und Meereis

Eisberg in Grönland. (Bildquelle: Unsplash, Xavier Balderas Cejudo)

Der Copernicus Marine Service (CMEMS) (https://marine.copernicus.eu/), der von Mercator Ocean International im Auftrag der Europäischen Kommission implementiert wird, hat seine Satellitendatenprodukte für die Wellengangbeobachtung geupdatet. Dies ist für eine Vielzahl von Sektoren interessant. Durch eine genauere Überwachung der Meeresbedingungen, profitieren Branchen wie die Schiffsnavigation, aber auch Sicherheitsunternehmen auf See sowie Betreiber für erneuerbare Energien. Darüber hinaus wurde auch ein Upgrade für die Satellitendatenprodukte zur Überwachung von Meereis veröffentlicht.

Aktualisierung der Satellitendatenprodukte zur Wellenüberwachung

Mit dem neuen Update der Produktreihe haben die bereits vorhandenen Tools von Copernicus Marine eine bedeutende Aktualisierung erfahren. So wurden nun mehrjährige Daten des Chinesisch-Französischen Ozeanographie Satelliten (CFOSAT) in das Portfolio integriert. Dabei wird das CFOSAT-Tool zur Untersuchung und Überwachung von Oberflächenwellen verwendet. Die neuen Daten helfen beispielsweise der Untersuchung des sich rasch entwickelnden und verändernden Ozeansystems. Auf regionaler Ebene gibt es ein verbessertes Modell mit höherer räumlicher Auflösung zur Analyse und Vorhersage von Wellen im Schwarzen Meer. Nutzer:innen können sich auf das Schwarze Meer auswirkende, lokale physikalische Elemente besser verstehen, da der Datensatz kleinräumige Phänomene besser darstellen kann.

Mit der Aktualisierung wurde auch die Qualität der Satellitenprodukte für den Meeresspiegel verbessert. Dank der qualitativ hochwertigen Daten, die den Zeitraum von 1993 bis heute abdecken, kann die Entwicklung des Ozeans im Laufe der Zeit nun viel genauer untersucht werden. Beispielsweise lassen sich so die Auswirkungen des Klimawandels und die daraus resultierenden häufigeren und schwereren Klimaereignisse überwachen.

Viele Branchen werden von diesem Upgrade profitieren. So werden etwa Wind- und Meeresströmungsdaten dem Seeverkehrssektor helfen. Schifffahrtsindustrie, Küstenwache und Hafenbehörden können die Informationen nutzen, um den Treibstoffverbrauch ihrer Flotten zu optimieren, geeignete Routen auszuwählen und das Abdriften von potenziellen Ölverschmutzungen durch Schiffe und Öl-Plattformen vorherzusagen und deren Umweltauswirkungen zu verringern. Darüber hinaus gewinnen im Bereich der erneuerbaren Energien die Meeresenergietechnologien zunehmend an Bedeutung. Sie können sich dank Copernicus Marine auf detailliertere Informationen über Strömungen und Gezeiten stützen.

Verbesserung der Instrumente zur Überwachung von Meereis

Die neuen mehrjährigen Copernicus Marine Satellitenprodukte zur Überwachung des Meereises werden vor allem die Beobachtung des Meereisdrifts in der Antarktis sowie für die Konzentration, Ausdehnung und Klassifizierung des Eises in der Ostsee eingesetzt. Das arktische Meereis etwa hat in den letzten Jahren einen besorgniserregenden Rückgang seiner Ausdehnung zu verzeichnen.

In der Antarktis hingegen herrscht eine große jährliche Variabilität. Auch wenn bisher kein eindeutiger Trend festgestellt werden konnte, sind Informationen über das Meereis in der Antarktis besonders wichtig. Im Gegensatz zum arktischen Meereis, welches im Allgemeinen dick und „mehrjährig“ ist, sind große Teile des Meereises in der Antarktis „jung“. Das antarktische Meereis schmilzt, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist, ab und gefriert im Winter erneut. Dies macht es besonders anfällig für Klimaveränderungen, da das Meereis von oben durch die Lufttemperaturen und Winde an der Oberfläche, sowie von unten durch die Wassertemperaturen und Meeresströmungen beeinflusst wird. Zudem gibt es in der Antarktis keine Grenze zwischen Landmassen, was die Überwachung des Meereisdrifts unerlässlich macht, denn wenn es in wärmere Gewässer im Norden vordringt, schmilzt es mit größerer Wahrscheinlichkeit.

Laurence Crosnier, Head of Services, Communications und Marketing bei Mercator Ocean International, die den Copernicus Marine Service implementiert, kommentiert: „Mit den neuen Upgrades unserer Satellitendatenprodukte für die Wellen- und Meereisüberwachung sind wir nun in der Lage, mehr und hochwertigere Daten über das Ozeansystem und das Meereis zu sammeln. Dies ist von entscheidender Bedeutung für eine gründlichere Überwachung der Ozeane und Meere auf der ganzen Welt. Außerdem ist es besonders für das antarktische Meereis wichtig, seine Entwicklung zu verfolgen, da es großen saisonalen Schwankungen unterliegt. Wir freuen uns daher, mit unseren jüngsten Aktualisierungen eine Vielzahl von Nutzern und politischen Akteuren unterstützen zu können.“

Weitere Informationen finden Sie hier:
https://marine.copernicus.eu/news/december-2021-product-release-new-tools-understanding-ocean-waves-and-sea-ice

Über den Copernicus Marine Service
Der Copernicus Marine Service oder Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienst (Copernicus Marine Environment Monitoring Service, CMEMS) widmet sich der Beobachtung und Überwachung von Ozeanen sowie Vorhersagen in diesem Bereich. Er wird von der Europäischen Kommission finanziert und von Mercator Ocean International, dem Zentrum für globale Ozeananalysen und -vorhersagen, implementiert. Der Copernicus Marine Service liefert regelmäßig systematische Referenzinformationen über den Zustand des physikalischen und biogeochemischen Ozeans auf globaler und europäischer Ebene. Er bietet zudem Informationen für EU-weite und internationale Richtlinien und Initiativen und trägt bei zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung, zum Meeresschutz, der Sicherheit im Seeverkehr und Routenplanung, für eine nachhaltige Nutzung von Meeresressourcen, zur Entwicklung der Nutzung von Meeresenergie, dem Wachstum maritimer Industrie, zur Klimaüberwachung, Wettervorhersagen und mehr. Darüber hinaus soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit in Europa und weltweit zu meeresbezogenen Themen gestärkt werden.

Über Mercator
Mercator Ocean International (MOi) wurde 2014 von der Europäischen Kommission (EK) für die Umsetzung des Copernicus Marine Service ausgewählt. Die in Frankreich ansässige Non-Profit-Organisation bietet erstklassiges ozeanografisches Fachwissen und Dienstleistungen, und führt Initiativen zur Erdbeobachtung und zum Wissensaustausch durch. Mercator Ocean International wurde von der Europäischen Kommission als eine von drei Organisationen ausgewählt, die Copernicus WEKEO DIAS Cloud-Plattform zu implementieren, welche die Daten des Copernicus-Programms zusammen mit leistungsstarken Rechenressourcen bereitstellt. MOi unterstützt Bemühungen der internationalen Ozean-Kontrolle und engagiert sich diplomatisch durch eine Vielzahl von Missionen, darunter: EU4OceanObs, ein Projekt zur Stärkung der Bedeutung und des Einflusses der EU in der internationalen Meerespolitik für ein verbessertes globales Meeresbeobachtungssystem (EC-Dienst für außenpolitische Instrumente), GEO Blue Planet und G7 FSOI.

Website von Copernicus Marine Service: https://marine.copernicus.eu/
Website von Mercator Ocean International: https://www.mercator-ocean.fr/en/
Weitere Informationen über der Copernicus Programm, finden Sie hier: www.copernicus.eu

Folgen Sie Copernicus Marine auf Twitter: @CMEMS_EU
Folgen Sie Copernicus Marine auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/copernicus-marine-service/

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